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Golden week

Lange habe ich keinen neuen Eintrag mehr in diesen Blog gestellt. Das liegt daran, dass ich leider eine Woche mit einer Grippe und Fieber im Bett lag. Jetzt ist wieder alles in Ordnung. Trotzdem war das sehr ärgerlich. Letzte Woche war nämlich "Golden Week". Das ist eine nationale Ferienwoche. Jeder Chinese hat dann Urlaub. Das umfasste in diesem Fall auch mich. Es gibt noch eine weitere nationale Ferienwoche zum chinesischen Neujahrsfest. Anfang Oktober wurde hingegen einerseits der Nationalfeiertag, der die Gründung der Volksrepublik China am 01. Oktober auf dem Tiananmen Square in Beijing feiert. Dort wurde auch die derzeitige Nationalflagge geschaffen. Diese besteht aus fünf gelben Sternen auf rotem Grund. Ein gelber großer Stern befindet sich oben links in der Ecke und im Halbkreis daneben befinden sich die vier kleineren Sterne. Grundfarbe ist das kommunistische Rot, zugleich auch die Farbe der Han-Chinesen. Zudem gilt es in China als Glücksfarbe. Der große Stern symbolisiert die Führung der kommunistischen Partei, die kleineren Sterne stehen für die vier Klassen: Arbeiter, Bauern, Kleinbürger, die nationale Bourgeoisie. Die Zahl Fünf hat darüber hinaus in der chinesischen Mythologie noch diverse andere Bedeutungen.
 
Diese damals geschaffene Flagge weht also in der "Golden Week" im Oktober über allen Dächern Chinas, um die stolze Nation zu präsentieren. Darüber hinaus fiel in diese Woche dieses Mal auch das Mondfest. Das Mondfest oder Mittherbstfest wird in Asien am 15. Tag des 8. Mondmonats nach dem traditionellen chinesischen Kalender begangen. Es ist ein Familienfest und traditionell versammelt sich die chinesische Familie in dieser Nacht und beobachtet den Mond. Am Mondfest werden Mondkuchen mit verschiedenen Füllungen, z. B. süße, salzige, mit Fleisch oder vegetarische Füllung, gegessen. Ich habe zwei Mondkuchen probiert (Kokusnuss und Nussfüllung) und muss sagen, dass sie nicht das leckerste chinesische Essen sind. Daher geht auch das Gerücht, dass viele Chinesen eigentlich gar nicht mehr unbedingt Mondkuchen essen. Die Sitte, Mondkuchen vor dem Mondfest zu verschenken lebe aber aus anderem Grund weiter. In die Schächtelchen mit den Mondkuchen, die man zum Beispiel dem Bauamt schenkt, lassen sich nämlich wunderbar auch Uhren, Tickets oder kleine Geldumschläge packen. Auch wenn die Mondkuchen dann vielleicht keinen dankbaren Abnehmer finden, finden die Zugaben es sehr wohl.
 
Eine der Sagen um das Mondfest gefällt mir sehr gut, ich habe sie folgender Website entnommen (http://german.china.org.cn/german/97389.htm): In grauer Vorzeit gab es im Himmel zehn sengende Sonnen. Die Kulturen waren welk, so dass das Volk in bitterer Not lebten. Ein kräftiger Held namens Hou Yi bestieg den Gipfel des Kunlun-Berges, spannte den Bogen und schoss auf einmal neun Sonnen herunter. Er befahl der letzten Sonne, jeden Tag pünktlich auf- und unterzugehen, was dem Volk zum Wohl gereichte. Deshalb wurde er vom Volk verehrt und respektiert. Viele Leute, darunter Peng Meng, gingen zu ihm in die Lehre. Hou Yi hatte eine schöne Frau, die Chang'e hieß. Eines Tages ging Hou Yi zum Kunlun-Berg, um einen Freund zu besuchen. Dort traf er auf die Himmelskaiserin. Diese gab ihm ein Lebenselixier und sagte ihm, wenn er das Elixier eingenommen habe, werde er unsterblich sein und zum Himmel steigen können. Da er es nicht übers Herz bringen konnte, seine Frau im Stich zu lassen, gab er seiner Frau das Elixier zur Aufbewahrung. Seine Frau steckte das Elixier in ein Kästchen, was aber von Peng Meng gesehen wurde. Eines Tages nutzte Peng Meng die Gelegenheit der Abwesenheit von Hou Yi und zwang mit dem Schwert Chang'e, das Elixier herzugeben. Da sie wusste, dass sie Peng Meng nicht entkommen konnte, verschluckte Chang'e das Elixier. Sogleich flog sie aus dem Fenster zum Mond, und Peng Meng musste fliehen. Nach Hause zurückgekehrt, wusste Hou Yi darüber Bescheid. Er war tief traurig und rief zum Himmel den Namen seiner Frau. Erstaunt entdeckte er, dass der Mond dieses Tages besonders hell und rund war und dass es im Mond den Schatten eines Menschen gab, der Chang'e sehr ähnlich aussah. Er eilte mit aller Kraft dem Mond nach. Doch sosehr er sich Mühe gab, er konnte ihn nicht einholen. Hou Yi dachte jede Nacht an seine Frau. Er ließ im Hintergarten, wo sich Chang'e oft aufgehalten hatte, einen Tisch mit Weihrauchstäbchen und Früchten, die Chang'e gern aß, aufstellen, um Chang'e im Mondpalast zu opfern. Als die Leute davon erfuhren, dass Chang'e zum Mond geflogen war, stellten sie auch im Mondschein einen Tisch mit Weihrauchstäbchen und beteten zu Chang'e. Seitdem verbreitete sich diese Sitte im Volk.
 
Dank der nationalen Ferien reisen in der Golden Week zwischen 600 und 800 Millionen Chinesen. Entsprechend sehen die Wahrzeichen Chinas in dieser Zeit aus. Auf der großen Mauer kann man in dieser Zeit den Fußboden nicht sehen und außerdem nicht stehen bleiben. Die Menschenmassen schieben jeden unerbittlich vor sich her. Am 03. Oktober haben 180.000 Menschen die Verbotene Stadt besichtigt. Eine meiner Kolleginnen war auch verreist. Sie hatte aber nach eigener Aussage Glück mit den Staus. Sie sind nur einmal in einen Stau geraten. Und "schon" nach 4 Stunden fuhren die Autos wieder…
12.10.12 08:50
 



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